Der Mai hat dieses Jahr schön begonnen. Anfang Monat war ich ein paar Tage in der Schweiz, und als ich zurückkam, war der Holunder schon da. Überall weiße Blüten, dieser süße Duft in der Luft und das Gefühl: Jetzt beginnt wieder die Zeit der ersten Vorratsgläser.
Später kam noch einmal eine kühlere, regnerische Phase. Aber gegen Ende Mai wurde das Wetter wieder richtig schön. Es blühte, es summte, im Garten warteten Jungpflanzen auf ihren Platz, und in der Küche begann die Vorratssaison.
Für meinen ersten Mini-Farm-Rückblick hätte der Mai kaum passender sein können: Holunderblütensirup, erste Marmeladen, Bienen, Honig, Küken und viele kleine Pflanzen für spätere Trockenblumen.
Holunderduft in der Vorratsküche
In den neun Jahren, die wir nun hier leben, ist der Holunder immer mehr geworden. Im Hühnerauslauf stehen inzwischen riesige Büsche. Auch in meinem Permakulturgarten ist der eine oder andere dazugekommen, teils ganz von selbst, teils selbst vermehrt.
Ich mag das sehr. Holunder passt für mich zu einem Garten, der nicht zu ordentlich sein muss. Er kommt, wo es ihm gefällt, blüht verschwenderisch und schenkt genau dann etwas, wenn der Frühsommer beginnt.
Dieses Jahr sind über 20 Flaschen Holunderblütensirup entstanden. Ich liebe diesen Moment, wenn aus Blüten, Zucker, Zitrone und etwas Geduld plötzlich etwas wird, das später im Vorratsregal steht.
Noch schöner wird es für mich, wenn die fertigen Flaschen ihr Etikett bekommen. Dann ist es nicht mehr einfach nur Sirup. Dann sieht es aus wie ein richtiges kleines Produkt aus meiner Mini-Farm-Küche.
Vielleicht liebe ich das auch deshalb so sehr, weil meine Großmutter früher einen Dorfladen in ihrem Haus hatte. Ich habe die aktive Zeit nicht mehr miterlebt, aber die Struktur war noch da. Dieser Gedanke an Regale, Vorräte, Gläser und Dinge, die schön geordnet an ihrem Platz stehen, begleitet mich irgendwie.
Manchmal denke ich, dass ich meine eigenen Vorräte am liebsten genau dort hineinstellen würde. In so einen kleinen alten Dorfladen. Mit schönen Etiketten, Gläsern, Flaschen und diesem Gefühl, dass alles von Hand gemacht und mit Sorgfalt aufbewahrt wurde.
Aus diesem Gefühl heraus sind auch meine digitalen Mini-Farm-Rezepte mit Etiketten entstanden: aus meinem eigenen Rezeptordner, meiner Küche und den Vorratsgläsern, die hier wirklich gefüllt werden.

Die ersten Sommergläser
Nach dem Holunder ging es im Mai direkt weiter. Die erste Erdbeermarmelade wurde gekocht, und Ende Mai folgte die erste Himbeermarmelade.
Weitere Beeren werden nach und nach reif. Felsenbirnen und Cassis zeigen sich schon, und jetzt beginnt diese Zeit, in der es in meinem Permakulturgarten immer wieder etwas zu ernten gibt.
Die Maibeeren sind dieses Jahr leider nichts geworden. So ist das manchmal. Einiges klappt, anderes nicht.
Aber dann steht plötzlich doch ein Korb Himbeeren auf dem Tisch, der Sirup ist gelungen, die ersten Gläser bekommen ihre Etiketten, und im Regal beginnt langsam die neue Vorratssaison.
Kleiner Gratis-Download
Passend zur ersten Erdbeermarmelade habe ich ein einfaches Erdbeermarmelade-Rezept mit Etiketten zum Ausdrucken vorbereitet. Du kannst es Dir kostenlos herunterladen und für Deine eigenen Vorratsgläser verwenden.
Es ist ein kleiner Einblick in meine Mini-Farm-Rezepte: einfache saisonale Rezepte, schöne Etiketten und ein bisschen Vorratsküchen-Gefühl für zuhause.
Blumen für spätere Trockenblumen
Neben Gemüse und Beeren habe ich im Mai viele Blumen ausgepflanzt. Dieses Jahr sind sie nicht nur für den Garten gedacht, sondern auch als erster Schritt in Richtung Trockenblumen.
Ich möchte später eigene Blumen trocknen und daraus kleine Sträuße, Dekorationen oder vielleicht neue Mini-Farm-Produkte machen.
Ganz ohne Rückschläge ging es nicht. Einige Jungpflanzen, die ich kurz vor den heißen Tagen ausgepflanzt hatte, sind eingegangen. Auch ein paar der Blumen, die später zum Trocknen gedacht waren.
Von manchen Sorten habe ich noch Reserve. Und wo nichts mehr kommt, wird wahrscheinlich Gemüse gepflanzt. Auf der Mini-Farm muss man manchmal flexibel bleiben.

Bienen, Honig und kleine Kreisläufe
Auch bei den Bienen war der Mai lebendig. Mit den Schwärmen dieses Jahres sind es mittlerweile zehn Völker geworden.
Ich imkere im Moment viel in einem speziellen Beutenmaß, das auf einen französischen Erfinder zurückgeht. Diese Art passt gut zu meiner Vorstellung von Bienenhaltung. Die Bienen dürfen ihre Waben weitgehend selbst bauen, und alles fühlt sich für mich ruhiger und natürlicher an.
Im Mai wurde auch Honig geschleudert. Und neben dem Honig fiel etwas Wachs an, das später wieder zu Kerzen werden darf.
Genau solche kleinen Kreisläufe liebe ich auf der Mini-Farm besonders.
Wenn die Natur nicht nur romantisch ist
Der Mai hatte auch traurige Seiten. Der Fuchs hat meine Junghennen geholt und später auch die Glucke mit den Küken erwischt. Sieben Küken haben überlebt.
Mit Hühnern ist es immer ein Abwägen. Ich möchte ihnen nicht nur ein sicheres, aber kahles Leben in einem kleinen Auslauf geben. Ich möchte, dass sie scharren können, Gras finden, in der Erde baden und ein möglichst natürliches Hühnerleben haben.
Aber je mehr Freiheit sie haben, desto mehr ist auch die Natur mit im Spiel. Und zur Natur gehören leider nicht nur Sonne, Gras und frische Luft, sondern auch der Fuchs und andere Jäger.
Es bleibt ein ständiges Suchen nach einem guten Gleichgewicht.
Mein kleiner Mai-Tipp
Wenn Du selbst Sirup oder Marmelade machst: Schreib Deine Gläser und Flaschen möglichst sofort an.
Ich notiere mir am liebsten direkt das Datum und kleine Besonderheiten. Zum Beispiel, wenn ich ein Rezept leicht verändert habe, eine andere Kochzeit hatte oder eine Mischung besonders gut gelungen ist.
Solche Notizen helfen später enorm. Und ganz ehrlich: Mit einem schönen Etikett macht es auch einfach mehr Freude, die fertigen Gläser ins Regal zu stellen.
Ausblick auf Juni
Der Mai ging mit wunderschönem Wetter zu Ende. Im Keller stehen die ersten Sirupflaschen, der frisch geschleuderte Honig wartet auf seine Gläser, und im Garten reift jeden Tag ein bisschen mehr.
Im Juni wird es wahrscheinlich noch mehr um Beeren, Marmeladen, Gartenarbeit, Bienen und die ersten Schritte Richtung Trockenblumen gehen.
Jetzt beginnt diese volle Frühsommerzeit, in der jeden Tag etwas blüht, reift, summt oder geerntet werden möchte. Genau diese Mischung aus Vorratsküche, Garten und kleinen Mini-Farm-Projekten möchte ich hier im Blog weiter mit Dir teilen.

